Die B2B-E-Rechnungspflicht ist in Europa kein einheitlicher Termin. Italien und Rumänien arbeiten bereits mit zentralen Plattformen; Deutschland, Frankreich und weitere Staaten führen Empfang und Ausstellung in Stufen ein. Die Übersicht trennt geltendes Recht von angekündigten Vorhaben. Sie betrifft strukturierte B2B-E-Rechnungen.
Stand 30.08.2026 · 32 Länder · je eine amtliche Quelle
Bestätigte Termine 2018–2030
Ohne bestätigtes Datum in der Zeitleiste
- Luxemburgangekündigt · Datum nicht bestätigt
- Norwegenangekündigt · Datum nicht bestätigt
- Spanienangekündigt · Datum nicht bestätigt
- Österreichkeine allgemeine B2B-Pflicht
- Bulgarienkeine allgemeine B2B-Pflicht
- Zypernkeine allgemeine B2B-Pflicht
- Tschechienkeine allgemeine B2B-Pflicht
- Dänemarkkeine allgemeine B2B-Pflicht
- FinnlandEmpfängerrecht, keine allgemeine Pflicht
- UngarnMeldepflicht, keine allgemeine E-Rechnungspflicht
- Islandkeine allgemeine B2B-Pflicht
- Liechtensteinkeine allgemeine B2B-Pflicht
- LitauenMeldepflicht, keine allgemeine E-Rechnungspflicht
- Maltakeine allgemeine B2B-Pflicht
- Niederlandekeine allgemeine B2B-Pflicht
- PortugalMeldepflicht, keine allgemeine E-Rechnungspflicht
- Schwedenkeine allgemeine B2B-Pflicht
- Schweizkeine allgemeine B2B-Pflicht
Länder, Status, Modell und Quelle
„Pflicht“ meint die strukturierte B2B-Rechnung im jeweils beschriebenen Anwendungsbereich. Die Kurztexte ersetzen keine Prüfung von Ausnahmen, Umsatzgrenzen oder grenzüberschreitenden Fällen. B2G-Pflichten, reine PDF-Regeln, Buchhaltungssysteme und Umsatzsteuer-Meldungen sind nur erwähnt, wenn sie den B2B-Status erklären.
| Land | Status | Datum | Modell | Kurztext | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Italien | Pflicht | Clearance | Strukturierte B2B-Rechnungen laufen seit 2019 verpflichtend über SdI. | EU-Kommission ↗ | |
| Rumänien | Pflicht | Clearance | Seit 2024 müssen inländische B2B-Rechnungen über RO e-Factura gemeldet werden. | EU-Kommission ↗ | |
| Deutschland | Stufenweise | Empfang 2025-01-01; Ausstellung 2027-01-01/2028-01-01 | Dezentral | Empfang gilt seit 2025; die Ausstellung folgt nach Umsatz in zwei Stufen. | BMF ↗ |
| Estland | Teilpflicht | Dezentral | Registrierte E-Rechnungsempfänger dürfen seit Juli 2025 eine strukturierte Rechnung verlangen. | EU-Kommission ↗ | |
| Belgien | Pflicht | Dezentral | Inländische steuerpflichtige B2B-Umsätze nutzen strukturierte Rechnungen, standardmäßig über Peppol. | Belgische overheid ↗ | |
| Kroatien | Pflicht | Hybrid | E-Rechnungsaustausch und getrennte Fiskalisierung gelten seit 2026 für inländische Umsätze. | Narodne novine ↗ | |
| Polen | Stufenweise | Empfang 2026-02-01; Ausstellung 2026-02-01/2026-04-01/2027-01-01 | Clearance | KSeF begann für große Aussteller im Februar 2026; weitere Unternehmen folgten im April. | KSeF ↗ |
| Griechenland | Stufenweise | 2026-03-02 / 2026-10-01 | Hybrid | Die Ausstellung startete für Unternehmen über 1 Mio. Euro Umsatz; die übrigen folgen im Oktober. | AADE ↗ |
| Frankreich | Stufenweise | Empfang 2026-09-01; Ausstellung 2026-09-01/2027-09-01 | Hybrid | Alle Unternehmen empfangen ab September 2026; KMU erhalten für die Ausstellung bis 2027 Zeit. | Ministère de l’Économie ↗ |
| Slowakei | Stufenweise | Hybrid | Das verabschiedete eFaktúra-System verbindet Austausch über Dienstleister mit Steuerdatenmeldung. | Finančná správa ↗ | |
| Lettland | Stufenweise | Hybrid | Der B2B-Start wurde von 2026 auf 2028 verschoben; dann beginnt auch die Datenmeldung. | EU-Kommission ↗ | |
| Slowenien | Beschlossen | Dezentral | Das verabschiedete Gesetz verpflichtet inländische Unternehmen ab 2028 zum E-Rechnungsaustausch. | GOV.SI ↗ | |
| Irland | Angekündigt | Phase 1: 2028-11 | Hybrid | Die erste Roadmap-Phase betrifft große umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen und Echtzeitmeldung. | Revenue ↗ |
| Vereinigtes Königreich | Angekündigt | Dezentral | Die Regierung hat elektronische VAT-Rechnungen ab April 2029 angekündigt; Detailrecht folgt. | GOV.UK ↗ | |
| Luxemburg | Angekündigt · nicht bestätigt | Kein bestätigter Termin | Noch offen | Ein Gesetzentwurf erweitert die Pflicht auf inländisches B2B; ein operatives Datum ist nicht beschlossen. | Gouvernement.lu ↗ |
| Norwegen | Angekündigt · nicht bestätigt | Kein bestätigter Termin | Noch offen | Eine B2B-Pflicht wird geprüft; das verifizierte Landblatt nennt weiterhin weder Pflicht noch Startdatum. | EU-Kommission ↗ |
| Spanien | Angekündigt · nicht bestätigt | Kein bestätigter Termin | Hybrid | Das Gesetz und die Verordnung stehen; die Fristen beginnen erst mit der ausstehenden Ministerialverordnung. | BOE ↗ |
| Österreich | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Elektronische Rechnungen sind mit Zustimmung möglich; eine allgemeine B2B-Strukturpflicht besteht nicht. | BMF Österreich ↗ |
| Bulgarien | Keine allgemeine Pflicht | – | Reporting | SAF-T und Melderegeln entwickeln sich, ohne allgemeine strukturierte B2B-Rechnungspflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Zypern | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | EN 16931 ist im öffentlichen Bereich verfügbar; B2B bleibt freiwillig. | EU-Kommission ↗ |
| Tschechien | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Strukturierte Formate werden genutzt, sind im allgemeinen B2B-Verkehr aber nicht vorgeschrieben. | EU-Kommission ↗ |
| Dänemark | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Digitale Buchhaltungssysteme müssen E-Rechnungen unterstützen; die Ausstellung selbst ist nicht allgemein Pflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Finnland | Teilpflicht | – | Dezentral · freiwillig | Unternehmen über 10.000 Euro Umsatz dürfen eine E-Rechnung verlangen; keine universelle Pflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Ungarn | Keine allgemeine Pflicht | – | Reporting | Seit 2018 werden Rechnungsdaten nahezu in Echtzeit gemeldet; das ist keine allgemeine strukturierte E-Rechnungspflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Island | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Peppol und strukturierte Formate sind verfügbar; eine allgemeine B2B-Pflicht besteht nicht. | EU-Kommission ↗ |
| Liechtenstein | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Öffentliche Stellen können EN-16931-Rechnungen empfangen; B2B bleibt freiwillig. | EU-Kommission ↗ |
| Litauen | Keine allgemeine Pflicht | – | Reporting | i.MAS sammelt Steuerdaten; eine allgemeine strukturierte B2B-Rechnungspflicht besteht nicht. | EU-Kommission ↗ |
| Malta | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Der öffentliche Sektor kann europäische Formate empfangen; B2B bleibt freiwillig. | EU-Kommission ↗ |
| Niederlande | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Hohe Peppol-Nutzung und B2G-Regeln ergeben noch keine allgemeine B2B-Pflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Portugal | Keine allgemeine Pflicht | – | Reporting | QR, ATCUD und SAF-T betreffen Rechnungs- und Meldedaten, nicht eine allgemeine strukturierte B2B-Pflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Schweden | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Peppol BIS ist verbreitet und im öffentlichen Einkauf relevant; B2B bleibt ohne allgemeine Pflicht. | EU-Kommission ↗ |
| Schweiz | Keine allgemeine Pflicht | – | Dezentral · freiwillig | Papier- und elektronische Rechnungen sind steuerlich gleichgestellt; eine strukturierte B2B-Pflicht besteht nicht. | ESTV ↗ |
Was die Modelle bedeuten
Clearance führt die Rechnung durch eine staatliche Plattform, bevor oder während sie dem Empfänger bereitgestellt wird. Dezentral lässt Unternehmen und Dienstleister direkt austauschen. Hybrid verbindet den dezentralen Austausch mit einer staatlichen Meldung oder Plattformfunktion. Reporting meldet Rechnungsdaten, ohne den strukturierten Rechnungsaustausch allgemein vorzuschreiben.
So nutzen Sie FakturLab
Öffnen Sie eine empfangene UBL-, CII-, XRechnung- oder ZUGFeRD-/Factur-X-Datei im FakturLab Viewer. Im Generator können Sie XRechnung, ZUGFeRD/Factur-X und eine UBL-Datei mit Peppol-BIS-Profil vorbereiten. FakturLab prüft EN 16931, XRechnung und Peppol BIS, ist aber kein KSeF-, SdI-, myDATA- oder Peppol-Übermittlungsdienst.
Geschrieben am 30. August 2026 · Stand: 30. August 2026